Blühende Bodenschätze



Unter der Erde schlummert bereits die Farbenpracht des kommenden Frühlings. Blumenzwiebeln lassen nichts von der geballten Kraft in ihrem Inneren ahnen und faszinieren Jahr für Jahr mit einer Üppigkeit, die zu Beginn einer jeden Saison besonders kostbar ist. Jetzt ist Pflanzzeit!
Ganz nebenbei helfen Blumenzwiebeln über die zuweilen aufkeimende Melancholie hinweg. Wer sie im Herbst in die Erde steckt, weckt die Vorfreude auf den Frühling statt dem vergangenen Sommer nachzutrauern. Bei geschickter Sortenwahl dauert die Blütenpracht monatelang an. Schon ab Februar recken die ersten Schneeglöckchen die Köpfe schüchtern über die zuweilen noch weißen Beete, wenig später gefolgt vom frechen Gelb der Winterlinge und dem klaren Azur der Blausternchen. April und Mai stehen ganz im Zeichen von Tulpen und Narzissen, während der ballförmige Flor des Zier-Lauchs schon die Brücke zum Frühsommer schlägt und auch nach der Blüte noch ein Hingucker im Beet ist.
Wählerisch sein lohnt sich
Machen Sie einen Bogen um vermeintliche Schnäppchen ohne Sortenangaben. In diesen Wundertüten erwartet Sie häufig eine kunterbunte Mischung, die meist hinter den Erwartungen zurückbleibt und Unruhe statt Harmonie ins Beet trägt. Eine Schönheit wie die Dichter-Narzisse der Sorte ’Actaea’ wird diesen Sammelpackungen selten beigemischt. Sie blüht in strahlendem Weiß mit einer orange gerandeten Nebenkrone. Hübsche Partner dazu sind orangefarbene Tulpen, wie die Sorte ’Ballerina’. Sie duftet ebenso verführerisch wie die Dichter-Narzisse. Falls der Boden in Ihrem Garten eher feucht ist, sollten Sie die im April und Mai blühende Sommerknotenblume (Leucojum aestivum) auswählen. Sie braucht viel Wasser und passt mit ihren weißen Glockenblüten zu jedem Garten. Besonders groß wird die Sorte ’Gravetye Giant’.
Wiedersehen macht Freude
Wie schön, wenn die Zwiebelpflanzen auch im zweiten Frühling mit üppiger Blütenfülle punkten und sich fleißig vermehren. Für diesen Zweck sind besonders die Wildformen der Narzissen und Tulpen geeignet. Sie haben kleinere Blüten als die Gartensorten, sind aber zweifellos eine Bereicherung für das Beet. Wer sich beeilt, kann auch noch die Knollen der ebenfalls verwildernden Herbstzeitlosen setzen. Ihre an Krokusse erinnernden Blüten erscheinen noch in diesem Jahr und sind ideal für alle, die sich im Herbst den Frühling „vorgaukeln“ wollen. Mit einer Einschränkung: Da sie bekanntlich giftig sind, sollten sie nur gepflanzt werden, wenn der Garten nicht von kleinen Kindern genutzt wird.